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Zuckerkrankheit des Auges (diabetische Retinopathie)

Immer mehr Menschen leiden unter einer Störung des Zuckerstoffwechsels, dem Diabetes mellitus. Vielen von ihnen droht im Laufe der Jahre eine Verschlechterung der Sehschärfe, was bis zur Erblindung führen kann. Die Zuckerkrankheit des Auges, die sogenannte diabetische Netzhauterkrankung (Retinopathia diabetica), besteht bei etwa einem Drittel der Diabetiker. Sie ist heute in den Industrieländern die häufigste Blindheitsursache. Dies muss allerdings nicht zwangsläufig so sein, wenn Patienten und Ärzte gemeinsam das Richtige tun. Wichtig sind die optimale Einstellung von Blutzucker und Blutdruck, die Früherkennung von Augenveränderungen durch regelmässige Untersuchungen beim Augenarzt und die frühzeitige Behandlung dieser Veränderungen.

 

Der empfindlichste Teil des Auges ist betroffen

Die Netzhaut (Retina) ist der Empfangsschirm für die Sehinformationen - eine dünne, eng gepackte Schicht von lichtempfindlichen Sinneszellen und Nervenfasern. Sie wird gerne mit dem Film im Fotoapparat verglichen. Die Netzhaut kleidet die Innenseite des Augapfels aus und wandelt die im Auge eintreffenden Bilder in elektrische Signale um. Diese werden dann über den Sehnerven ins Gehirn geleitet und dort im Sehzentrum sowie in Erinnerungszentren weiterverarbeitet.

Die Netzhautschädigung beim Diabetes mellitus entsteht, weil durch die zugrundeliegende Zuckerstoffwechselstörung die Blutgefäße überall - auch im Auge - Veränderungen der Blutgefäßwand hervorgerufen werden. Die Folgen sind Durchblutungsstörungen, aber auch eine krankhafte Aussackung und eine vermehrte Durchlässigkeit der Gefäße. Dadurch kommt es zu Blutungen und Flüssigkeitsansammlungen. Außerdem lagern sich Stoffwechselschlacken - z. B. Fette - ab. Betreffen diese Ablagerungen, Blutungen und Flüssigkeitsansammlungen die Stelle des schärfsten Sehens (Makula), dann verschlechtert sich je nach Ausmaß die Sehschärfe mehr oder minder stark. Im fortgeschrittenen Stadium können ungeordnet neue Gefäße entstehen. Der Augenarzt spricht dann von einer proliferativen diabetischen Retinopathie. Von diesen neuen, missgebildeten Gefäßen können größere Blutungen in den Augapfel ausgehen, die die Sehschärfe massiv herabsetzen oder gar zu einer Augendrucksteigerung bis hin zum Verlust des Auges führen.

 

Frühzeitige Laserbehandlung hilft Sehschäden zu vermeiden

Je früher eine Zuckerkrankheit des Auges erkannt wird, umso besser sind die Aussichten -im wahren und im übertragenen Sinn des Wortes. Schwere Einbußen des Sehvermögens können bei rechtzeitigem Erkennen vermieden werden. Mittel der Wahl ist zunächst die Laserkoagulation. Hierbei werden die blutungsgefährdeten Anteile der Netzhautblutgefäße verschorft. Die Wahrscheinlichkeit für eine Verschlechterung kann durch diesen Eingriff auf weniger als die Hälfte verringert werden verglichen mit Patienten, die nicht behandelt werden. Hat sich die Sehschärfe bereits verschlechtert, lässt sich dagegen keine Verbesserung mehr erreichen, sondern höchstens eine weitere Verschlechterung. Gegebenenfalls kann in fortgeschrittenen Fällen durch das Einspritzen von Medikamenten direkt in das Auge oder eine Operation noch eine weitere Stabilisierung errreicht werden.

 

Aus diesen Gründen sind bei allen Diabetikern regelmäßige Untersuchungen der Augen - insbesondere der Netzhaut und ihrer Blutgefäße - durch den Augenarzt dringend erforderlich.