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Erkrankungen der Hornhaut

Die Hornhaut
Die Hornhaut ist etwa einen halben Millimeter dick und hat einen Durchmesser von 10 bis 11 Millimetern. Sie besteht im wesentlichen aus drei Schichten: An der Oberfläche liegt die etwa 70 Mikrometer (70 Hundertstel Millimeter) dicke Aussenschicht, das Epithel: Sie ist bakterien- und wasserdicht, wächst ständig vom Rand zum Zentrum der Hornhaut nach und gibt seine obersten Zellschichten in die Tränenflüssigkeit ab. Sie heilt sehr gut und ist so der Haut ähnlich. Zusammen mit dem darauf liegenden Tränenfilm bildet sie die optische Oberfläche des Auges, die für die Abbildung sehr wichtig ist. Darunter liegt die Mittelschicht (Stroma) der Hornhaut (ungefähr 500 Mikrometer = ein halber Millimeter dick), die aus spezialisierten Bindegewebszellen gebildet wird. Das Stroma ist ein besonderes Gewebe, da es ohne Blutgefäße auskommt, eine hohe mechanische Festigkeit hat und gleichzeitig optisch perfekt für die uns sichtbaren Anteile des Lichtes durchlässig ist. Es befindet sich in einem entwässerten Zustand, der nur durch ständiges Herauspumpen von Wasser aufrecht erhalten wird. Für das Pumpen und somit die Transparenz der Hornhaut sorgt die Innenschicht, das Endothel, die als einlagige Zellschicht die innere Membran der Hornhaut (Descemet-Membran) bedeckt und an das Augeninnere mit der Augenflüssigkeit (Kammerwasser) grenzt. Das Endothel und auch das Hornhautstroma werden aus dem Kammerwasser des Auges ernährt.

Erkrankungen der Hornhaut
Aus sehr verschiedenen Gründen kann die Hornhaut eine Verschlechterung ihrer optischen Eigenschaften erfahren. Einige werden hier kurz beschrieben.

Veränderungen der Hornhautform
Vorwölbungen, Ausstülpungen oder Verziehungen durch Narben stören die Abbildung so stark, dass Patienten selbst bei sonst klarer Hornhaut nur noch eine sehr schlechte Sehschärfe haben können. Eine besondere, erbliche, fortschreitende Vorwölbung ist der Keratokonus, eine kegelartige Zuspitzung der Hornhaut. In Anfangsstadien kann mit einer Kontaktlinse oder einer Aushärtung der Hornhaut durch Vernetzungstherapie eine ausreichende Korrektur oder Stabilisierung der Vorwölbung erzielt werden. Bei starker Ausprägung oder instabilem Sitz der Kontaktlinse ist ein chirurgischer Ersatz der formveränderten Hornhaut notwendig (=Hornhauttransplantation).

Trübungen und Einlagerungen in der Hornhautmittelschicht (Hornhautstroma)
Sie können durch Stoffwechselerkrankungen bedingt sein, die zumeist erblich sind und nur die Hornhaut oder auch den ganzen Menschen betreffen. Narbengewebe in der Hornhaut, wie es z.B. nach Herpes-Infektionen oder Hornhautverletzungen auftreten kann, führt unter Umständen zu einer erheblichen Sehverschlechterung, die medikamentös nicht mehr beeinflusst werden kann.

Versagen der Hornhautinnenschicht (Hornhautendothel)
Durch Ausfall der Pumpfunktion der Innenschicht kommt es zu einer chronischen Quellung der Hornhaut. Das Gewebe ist in diesem Zustand nicht mehr klar und durchsichtig, sondern milchig getrübt mit einer entsprechenden Verschlechterung der optischen Eigenschaften. Feinste Wasserblasen gelangen bis unter die obersten Zellschichten der Hornhaut, wo sie ein Fremdkörpergefühl verursachen, schmerzhaft aufplatzen oder sogar das Eindringen von Bakterien in die Hornhaut begünstigen können.